Glockenspiele

Besteigung des "Neuen Glockenturmes" der Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt in Schwaz 

Die Schwazer Pfarrkirche Mariä Himmelfahrt (1337) mit dem Original-Kirchturm, der zwischen 1509 und 1513 nach Plänen des Augsburger Turmbaumeisters Burkhart Engelbert von Jakob Zwizel und Konrad Vogel ausgeführt wurde.

 

 

Am Nationalfeiertag 2024 hatte ich endlich einmal die Gelegenheit, ganz hinauf in den Glockenturm zu steigen. Man musste schnell sein, um die begehrten Zählkarten zu bekommen und dann die Führung zu erhalten. Diese gibt es sonst nur auf extra Buchung oder eben am Nationalfeiertag gratis! Die so genannte "Kulturmeile" in Schwaz am 26. Oktober macht es möglich! 

Der "neue Glockenturm". Auf ihn führen 191 Stufen bis in die Türmerstube.  Der Aufstieg ist besonders im Sommer ganz schön anstrengend,  aber der traumhafte Ausblick über die Silberstadt entschädigt für alles. 

Nun geht es die Holz- bzw Steinwendeltreppen in mehreren Etappen zu den insgesamt 8 Glocken hinauf in den Glockenraum.

Ein delikates Detail zur größten Glocke, der Löfflerin – von älteren Schwazern respektlos „Schwazer Besen“ genannt: „Maximiliana heiß ich, alle Wetter weiß ich, für alle Wetter bin ich gut, wenn man mich nur läuten tut!“

Diesen Spruch musste jedes Kind in Schwaz in Heimatkunde lernen, weil er auf der Großen Glocke geschrieben steht. Ein Irrtum, der sich seit ewigen Zeiten bei den Lehrern hält, denn man sucht ihn vergeblich.

Oben angekommen wundert man sich über den bunten Anstrich der Einbaumöbel. Die Erklärung: Die Schwazer Jugendlichen hatten in den 70er Jahren hier, hoch über den Dächern von Schwaz, ihr „Club“- Domizil und der Mode entsprechend gestaltet- natürlich mit Erlaubnis des Dekans.

Warum gibt es eigentlich einen "alten"und einen"neuen" Glockenturm neben der Kirche? 

Bereits 1558 wurde festgestellt, dass der "Alte" dem Glockengeläute nicht standhielt. Er neigte sich mit den Jahren um einen Meter gen Norden.  Deshalb wurde 1904 das Läuten der großen Glocken per Erlass verboten. 

1906 wurde entschieden, einen neuen Glockenstuhl einzubauen, jedoch brachte das nichts und 1907 wurde das Läuten wieder abgestellt. So entschied man 1910, einen "neuen Glockenturm" in der Nähe auf dem Friedhof zu bauen. Erst 1911 konnte man wieder dem siebenstimmigen Klang der Glocken lauschen..

Andreas Kirchmair erklärt uns die Funktion der Glocken ganz genau. 

Die Maria Maximiliana - Glocke im Tonguss. Gut erkennbar die 61 Wappen.

Stattdessen findet man aber die 61 Wappen des Habsburgerreiches zur Zeit Maximilian I. Aber die Glocke wurde und wird auch ohne Spruch bei drohenden Unwettern geläutet – und weist die Wetter übers Gebirge"

Und weiter geht's hinauf in das "Türmerzimmer" 

Der Blick von oben Richtung Westen ist unvergleichlich! 

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